Der nachstehende Text, welcher auch in der "Schweizer Hausapotheke" erschien,  wurde uns freundlicherweise von Herrn Urs Tiefenauer-Hürbin übermittelt:

Licht für triste Tage

Der Winter schlägt oft aufs Gemüt

Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Immer müde, grundlos traurig, schlechte Stimmung, das etwa sind die typischen Symptome der saisonal abhängigen Depression, die von Betroffenen oft gar nicht selbst erkannt wird. Ihre Ursache hat die Winterdepression oft in biologischen Vorgängen. Frische Luft und Geselligkeit können Abhilfe schaffen.

 

Am Morgen wird es erst um 8 Uhr hell – und von hell kann man eigentlich gar nicht sprechen. Der Nebel hängt tief und lässt den Eindruck erwecken, von oben drücke eine schwere Last auf unsere Schultern und man bekomme kaum mehr genügend Luft. Es ist Herbst, die Zeit, in der viele Menschen in Trübsal verfallen. Die Herbst/Winterdepression ist eine von vielen unterschiedlichen Depressionsstörungen, die sich immer mehr ausbreitet. Sie beginnt regelmässig im Herbst und verschwindet spontan im Frühling, wenn die Tage wieder länger werden. Bereits jede vierte Person klagt heute über die Beschwerden der Winterdepression. Bei den meisten Betroffenen machen sich die Symptome in den Zwanzigern zum erstenmal bemerkbar und mit zunehmendem Alter werden sie stärker.

Mangelndes Sonnenlicht

Nicht jede Verstimmung muss gleich eine Winterdepression sein. Psychologen allerdings raten zu einem Arztbesuch, nehmen die Stimmungsschwankungen nach zwei Wochen nicht ab. Treffen kann es alle gleichermassen. Gerade bei Winterdepressionen kann man nicht zwischen starken und schwachen Persönlichkeiten unterscheiden, denn oft spielen auch biologische Ursachen mit. Dem Körper fehlt es im Winter an Sonnenlicht, was sich negativ auf die Produktion des chemischen Botenstoffs Serotonin niederschlägt, der für unser Wohlbefinden zuständig ist. Stattdessen schüttet er vermehrt das nur nachts produzierte Hormon Melatonin aus. Dafür verantwortlich ist die Zirbeldrüse. Sie ist nur fingernagelgross, sitzt in unserem Gehirn und ist äusserst lichtempfindlich. Wenn nun zuwenig Licht auf die Netzhaut fällt, produziert diese Zirbedrüse mehr Melatonin, was schliesslich zu Antriebslosigkeit, schlechter Laune, Müdigkeit und Heisshunger auf Süsses führt.

Die Veränderung des Melatonin-Spiegels ist ein uralter Mechanismus des Körpers. Er ist auch für den Winterschlaf in der Tierwelt zuständig. Beim Menschen tritt dieser allerdings nie ein. Eine Depression greift die Einheit Mensch an und beeinträchtigt sie als ganzes. Damit kann er meist nicht umgehen – oftmals ist professionelle Hilfe gefragt. 

Hilfreiche Tipps

Eine Herbst/Winterdepression läst sich teilweise überwinden, mindestens aber mildern. Dazu können folgende Tipps hilfreich sein:

  • Bewegen Sie sich täglich im Freien, mindestens eine halbe Stunde und auch bei schlechtem Wetter. Dies bedeutet für viele, den inneren Schweinehund zu überwinden. Doch es lohnt sich. Nach dem Spaziergang fühlen Sie sich bedeutend wohler. Noch besser ist es, einige Tage im Schnee oder am Meer zu verbringen.
  • Ganz besonders sollten Sie auf die Ernährung achten. Essen Sie nicht zuviel – sonst sind (Gewichts-)Probleme im Frühjahr vorprogrammiert. Besonders geeignet ist eine kalorienarme Kost, viel frisches Obst und Gemüse. Zwischendurch darf es durchaus auch einmal ein Stückchen Schokolade oder Kuchen sein, denn Süssigkeiten enthalten Stoffe, die im Körper zu Serotonin umgebaut werden – was die Stimmung anhebt.
  • Umgeben Sie sich mit belebenden Farben, die das Sonnenlicht nachahmen, wie etwa Gelb-, Orange- und Rottöne. Bunte Kissenbezüge, ein rotes Tischtuch oder ein Bild mit fröhlichen Farben wirken Wunder. Auch ein Blumenstrauss oder ein buntes Kleid helfen die Stimmung zu verbessern. Das sind allesamt Streicheleinheiten für die Seele.
  • Nutzen Sie die Wirksamkeit der Düfte. Bergamotte- und Jasminöl in der Aromalampe hellen die Stimmung auf. Diese Düfte rufen in Ihrem Gehirn Erinnerungen und Bilder an den Sommer hervor. 
  • Legen Sie doch einmal eine flotte Musik auf und bewegen Sie sich ein wenig im Rhythmus der Musik. Besser wäre es natürlich noch, sie würden dazu tanzen. Wenn Sie gerne singen, suchen Sie sich Musik zum Mitsingen. Jede Bewegung ist depressionsmindernd.
  • Wer sehr stark unter der Winterdepression leidet, kann auch bei einem Arzt eine Lichttherapie mit Tageslicht-Vollspektrumlampen mit einer Intensität von 2500 Lux machen. Nur zum Vergleich: In einem normal beleuchteten Zimmer schwankt die Lichtstärke zwischen 100 und 200 Lux. Bei 60 bis 70 Prozent aller Betroffenen reicht eine Woche Lichttherapie, um den ganzen Winter ohne Wintertrübsal zu verbringen.
  • Sorgen Sie für positive Gedanken. Wie in jeder Situation spielt auch bei der Winterdepression die persönliche Einstellung eine ganz wichtige Rolle. Wenn Sie sich einreden, dass jetzt die dunkle, schwere Jahreszeit kommt und Sie Ihren Gefühlen wehrlos ausgeliefert sind, wird alles nur noch schlimmer.

Wie Beispiele belegen, haben Sie einige Möglichkeiten, um Ihre Stimmung aktiv zu beeinflussen. Wenn Sie dennoch keine Besserung verspüren, sollten Sie ein Gespräch bei einem Psychotherapeuten/Arzt vereinbaren. Möglicherweise verbergen sich hinter Ihrem Stimmungstief andere Ursachen als nur die lichtarme Jahreszeit. 

Vitaminmangel vorbeugen

Neben der Herbst/Winterdepression ist ein anderes Winterphänomen allgemein bekannt: Kaum werde die Tage kürzer und die Temperaturen sinken etwas, drohen Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Krankheitserreger haben durch die Kombination von Nässe und Kälte draussen sowie überhitzte und schlecht durchlüftete Räume innen leichtes Spiel. Und es gibt noch weitere Faktoren, die zum erhöhten Infektionsrisiko beitragen: viele Menschen werden gemütlicher, verweilen lieber zu Hause als an der frischen Luft. Zudem wird das Angebot an frischem Obst und Gemüse im Herbst geringer. Dies alles führt dazu, dass unsere Abwehr in einer Zeit, in der sie besonders gefordert wäre, gleichzeitig massiv geschwächt wird. Zu den möglichen prophylaktischen Massnahmen gehören neben regelmässiger Bewegung, körperliche Abhärtung und Stressvermeidung – und eine ausreichende Aufnahme von Vitaminen.

Vitamine unterstützen die körpereigene Abwehrkräfte auf verschiedenen Wegen. So führen viele Krankheitserreger und Fremdstoffe zu einer vermehrten Bildung von so genannten freien Sauerstoffradikalen im Körper. Diese aggressiven Substanzen können Entzündungen fördern und sowohl Zellen als auch empfindliche Substanzen, wie manche Vitamine, zerstören. Die Radikale lassen sich jedoch durch Antioxidantien abpuffern, vor allem durch die Vitamine C (Ascorbinsäure) und E (Tocopherol).

Richtiger Umgang schützt Vitamine

Zu den vitaminreichen Gemüsesorten, die hier zu Lande im Winter erhältlich sind, gehören Weiss-, Rot-, rosen- und Grünkohl sowie Spinat und Kartoffeln. An Obst gibt es Äpfel und Birnen. Obst und Gemüse sollten wenn immer möglich erntefrisch gekauft und so schnell wie möglich verzehrt werden. Da viele Vitamine unter der Haut sitzen, sollte auf das Schälen möglichst verzichtet werden. Gemüse sollte nicht gewässert, sondern direkt vor der Zubereitung geputzt, abgewaschen, zerkleinert und sofort weiterverarbeitet werden. Lässt sich das Gemüse nicht roh verzehren, schont Dünsten oder Dämpfen die hitzeempfindlichen Vitamine C, B1, B2 und B6. Bei Obst- und Gemüsestücken verhindern ein paar Spritzer Zitrone oder Essig den Vitaminabbau durch Sauerstoff.

Wird das Gemüse im Sommer selbst eingefroren, so lohnt sich ein kurzes Blanchieren, um Farb- und Vitaminveränderungen zu mindern. Bei gekauften Tiefkühlprodukten sollten Rohgemüse ohne Fertigsaucen bevorzugt werden, um unnötige Kalorien zu sparen.

Heute greifen rund zwei Drittel der Bevölkerung auf Vitamine in Pillenform zurück – eine valable Möglichkeit der Vitaminaufnahme. Nahrungsergänzungsmittel sind damit bei Erkältungen genauso beliebt wie frisches Obst. Spitzenreiter der nicht medikamentösen Behandlung von Erkältungsbeschwerden ist allerdings nach wie vor der heisse Tee.

Urs Tiefenauer-Hürbin

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You can find many good articles about depressions and suicide prevention on the following website:

www.psychologyinfo.com
 

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